Marktbericht Aktien

09. Februar 2018

Kurseinbrüche auf den Aktienmärkten: eine übertriebene Reaktion oder das Ende der neunjährigen Hausse?

Was ist passiert?

Die US-Börsen erlebten am Montag, in Punkten gemessen, mit einem Minus von fast 1.600 Punkten  den größten Absturz ihre Geschichte – und zogen die Kapitalmärkte rund um den Globus mit sich. Am Donnerstag folgte dann für den Dow Jones gleich noch der zweitgrößte Tagesverlust aller Zeiten mit einem Minus von 1.175 Punkten oder weiteren 4,2%

Wie haben wir reagiert und was bedeutet dies für unser Portfolio?

Mit den Kapitalmärkten wurde der GCX Global Challenges Index gleich zu Handelsbeginn am Dienstag in Deutschland ebenfalls mit herunter gezogen und fiel unter unserer Absicherungslevel. Es galt, den Schaden, der für diesen Tag schon entstanden war, nicht noch größer werden zu lassen, wenn es denn zu weiteren Kursstürzen kommen sollte. An diesem Tag sicherten wir das Portfolio zeitweise zu 90% ab.

Seit Mittwoch haben wir das Portfolio noch zu ca. 80% abgesichert und steigen in einem größeren Maße grundsätzlich erst wieder ein, wenn sich der Nachhaltigkeitsindex GCX deutlich von jetzt um 2.200 auf 2300 Punkte erholt.

Sprach die Presse zu Wochenbeginn noch von einem „Flash Crash“ so lautet nun der Tenor, dass eine Korrektur der seit langem steigenden Kurse eingeleitet ist. Nach Wikipedia werden als  Flash Crash mehrere starke Kurseinbrüche  an den Finanzmärkten bezeichnet, die in der Vergangenheit nur Minuten andauerten. Auf den plötzlichen Einbruch folgte jeweils eine ähnlich schnelle Erholung.

Nun arbeiten wir als Vermögensverwalter nicht nach Wikipedia, sondern beobachten den Markt genau: hätte sich eine klassische V-Formation und damit ein Flash Crash abgezeichnet und der Markt sich somit schnell erholt, dann hätten wir die Absicherungspositionen auch schnell wieder aufgelöst. Danach sieht es aktuell aber nicht aus: nachdem die Kurse erst wieder stiegen, folgte der zweite Absturz am Donnerstag.

Wir behalten demnach unsere aktuelle vorsichtige Position bei und haben ca.80% des Aktienrisikos abgesichert.

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Wie geht es weiter?

Schlimmstenfalls haben wir die anfänglichen Kursverluste mitgenommen, dann abgesichert und steigen wieder ein, wenn der Markt ohne uns eine Zeitlang nach oben gegangen ist.

Weiten sich die Verluste allerdings weiter aus, war alles richtig.

Wobei wir meinen, dass es im Zweifel richtig ist, bei Turbulenzen Absicherungen aufzubauen.

Sollten die Turbulenzen in dieser Woche das Ende der steigenden Kurse gewesen sein, so sind wir gut aufgestellt. Sollte es nur der doppelte „Flash Crash“ gewesen sein, so steigen wir zeitnah wieder ein.

Andreas Enke