Die Risiken dominieren wieder den Markt

Hamburg, 26.10.2020: „Es wird die Herausforderung der kommenden Monate sein, zu erkennen, wann die Marktrisiken in der Wahrnehmung (der Investoren und Ökonomen) wieder in den Vordergrund gestellt werden.“ Dies war das Fazit unseres jüngsten Quartalsberichts.

Es ist wieder soweit und viel schneller, als erwartet: die explodierenden Infektionszahlen in Europa führen zu teils drastischen Maßnahmen in unseren Nachbarländern und generell zu gedämpften Erwartungen hinsichtlich der Erholung der Volkswirtschaften in Europa. Die positive Grundstimmung der Ökonomen aus dem dritten Quartal ist Geschichte. Die Furcht vor den ökonomischen Auswirkungen einer zweiten Welle der Pandemie geht um.

So schrieb z.B. die Bundesbank aktuell, dass die konjunkturelle Erholung wegen der aktuellen Infektionswelle erst einmal ausgebremst sein wird. Davor kippte die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose.

„Aus heutiger Perspektive dürfte die deutsche Wirtschaft ihre Erholung im laufenden Vierteljahr zwar fortsetzen, dabei jedoch eine erheblich langsamere Gangart einlegen. Das Vorkrisenniveau dürfte auch zum Jahresende noch deutlich unterschritten werden.“

Auch andere Ökonomen blicken jetzt aus Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen einer 2. Pandemiewelle pessimistisch in die Zukunft. „Der konjunkturelle Aufschwung dürfte bis zum Frühjahr weitgehend zum Erliegen kommen“, sagte die Chefvolkswirtin der staatlichen Bankengruppe KfW, Fritzi Köhler-Geib, in einer dpa-Umfrage. „Dadurch dürfte auch die Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten stagnieren oder – wenn es schlecht läuft – deutlich zunehmen“, fügte sie hinzu.

Eine Rücknahme von positiven Erwartungen sind immer Gift für Aktienkurse. Denn die Börsen handeln „Zukunftserwartungen“. Und derzeit wächst die Furcht vor einer massiven Verkaufswelle bei Aktien. Dies und die weiter rasant steigenden Infektionszahlen – ergänzt durch die (Wieder)Fokussierung des Marktes allgemein auf die wirtschaftlichen Risiken einer zweiten Pandemiewelle – haben uns bewogen, die Aktienrisiken im Fonds deutlich zu reduzieren.

Wir gehen mit einer Investitionsquote von aktuell ca. 50% in die nächsten Wochen und sehen den Wahlen in den USA Anfang November als weiteren Höhepunkt gespannt entgegen…..

Vielleicht ist diese Absicherung nicht lange notwendig und wir lösen sie bei neuen Informationen wieder auf; vielleicht ist dies aber auch der erste Schritt zu weiteren Absicherungen. In diesen besonderen Zeiten gilt es, die Instrumente, die uns im Fonds zur Verfügung stehen, konsequent auszunutzen. Im Magazin FondsDiscount wurde dieses Konzept des Fonds gerade beschrieben.

Wir glauben weiter an die Kraft und Macht der Notenbanken. Stützungsmaßnahmen für die Märkte und weitere Programme werden nicht lange auf sich warten lassen und auf Dauer eine positive, stabilisierende, Wirkung erzielen. Aktuell aber folgen wir den Signalen unseres Risikomanagements und minimieren die Risiken bis sich die positiven Erwartungen wieder durchsetzen.

Andreas Enke